Aktueller Bericht


In 1300 Metern

Was tun, wenn das Wetter Fliegen nicht erlaubt? Wenn auch sonst nichts am Flugplatz zu erledigen ist? Wenn Schwimmen im Pool und Lesen unter im Schatten der Akazien zu langweilig ist? Dann will man was tun und erleben – zur Abwechslung halt in 1300 Metern Seehöhe.

Kuruman ist aber nicht eben der Nabel der Welt, die Anzahl der Sightseeing-Möglichkeiten ist begrenzt. Es gibt nur wenige Ziele in unmittelbarer Nähe. Georg, der schon zum fünften Mal da ist, kennt sie alle. Auch für mich ist das meiste in und um Kuruman nichts Neues, ich war ja vor vier Jahren schon einmal hier. Die Broschüren des Tourist-Info-Büros helfen auch nicht wirklich weiter. Aber im Vergleich zu Gariep ist das ein höchst interessanter Winkel und bietet mehr als nur Halbwüste. In Namibia stelle ich mir das noch langweiliger vor.

Also entschlossen Georg, Renate und ich uns, ein mittelweites Ziel – 160 km – anzupeilen und nach Whitsands südwestlich von Kuruman zu fahren. Dort sollte sich ein Naturpark befinden. Relativ spät kamen wir los, aber der Verkehr war mäßig stark.

Eine Umleitung brachte uns unverhofft Glück: Wir kamen so in den Bereich der großen Minen rund um Kathu und Sishen. Es ist ja alles hier abgezäunt und abgesperrt, man kommt höchstens auf 10 Kilometer an die Anlagen und die riesigen „Erzberge“ heran. Alles ist bewacht, die Zäune werden patroulliert (mit Waffen, versteht sich), zum Teil sind die Zäune auch unter Strom gesetzt.
Vorbei ging es an riesigen Förderanlagen und kilometerlangen Förderbändern, an Abraumhalden und Eisenbahn-Verladestellen. Alles ist tipp-topp hier im Minenbereich. Schilder machen auf Gefahren aufmerksam, Schlagbäume und Zugangskontrollen regeln den Zugang. Hier regieren die Minengesellschaften.
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Knapp 90 km westlich von Kuruman querten wir Olifantshoek, das wir mehrmals heuer in der Luft passiert hatten. „Wahrzeichen“ ist dort ein lebensgroßer Elefant. Das Örtchen liegt am Fuß der „Langen Berge“, eine langgezogene Kette von Hügeln in Nord-Süd-Richtung.
Dann war es vorbei mit dem Asphalt – Schotterstraße.Wie immer leidet man mit dem Auto mit. Verkehr war keiner, die 70 Kilometer entlang der Langen Berge zogen sich aber. Auffällig auf jedem vierten oder fünften Strommasten der Leitung, die mitläuft, sind riesige Multi-Voglnester. Dutzende kleiner Vögel bauen da sozusagen eine Siedlung.
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Zu unserer Überraschung landeten wir in Postmasburg – offenbar hatten wir die falsche Sandstraße erwischt. Aber egal, wir stolperten dadurch über den Flugplatz „Tommys Airfield“.
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Ein piekfeiner Platz mit Tagesrandanschluss nach Johannesburg. Alles winzig, aber alles da und alles perfekt gepflegt: Lounge, Abflugbereich, Autovermietung, Parkplätze, Mülltrennung.
Ein dutzend Leute sind dort beschäftigt. Auch wenn sie kaum etwas zu tun haben – für sie bedeutet das Geld. Der Autovermieter bewarb sich aus Kimberley, 300 Kilometer entfernt.

Die meisten haben keine Arbeit und leben in Armut. Beim Hineinfahren in den Ort passierten wir wieder einmal die Slums. Wellblechhütten nebeneinander, dazwischen Millionen von Plastiksackern, Flaschen und sonstigem Müll. Leider übersah Georg ein ganz übles Schlagloch und kurz darauf war klar: Wir haben vorne links einen Patschen.
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Der Reifen war schnell getauscht, aber irgendwie war uns die Lust an der Weiterfahrt vergangen: Es wären weitere 70 Kilometer Staubstraße zu erwarten gewesen.

Postmasburg ist wie alle diese Mini-Städtchen aufgebaut. Überall dieselben Einkaufsmalls, die klare Trennung Schwarz-Weiß, die Reihenhäuser für die bessergestellten Schwarzen usw. Mangels großer Kirchen oder anderer markanter Gebäude fehlen echte Landmarks, jede Stadt schaut eben fast gleich aus, für Architektur wird keine Zeit verschwendet.

Also besuchten wir dort noch den lokalen Flugplatz. Erkenntnis: Für die großen Schiffe ist er wohl nicht landbar, auch wenn er drei Staub-Landebahnen sternförmig aufweist. Kommt man hier in Landenöte, wäre Tommys Field eindeutig besser.

Nach diesen eher ernüchternden Erlebnissen ging es auf Asphalt direkt Richtung Kathu. Man befindet sich hier immer im Minengebiet, immer wieder zweigen Fahrstreifen zu den verschiedenen Minen ab. Kathu, das erst seit 25 Jahren existiert, ist eine vergleichsweise schöne, reiche Stadt. Die Gewitter, die uns schon seit Postmasburg begleitet hatten, führen nur gelegentlich zu Regen am Boden. Oft verdampfen die Tropfen in halber Höhe wieder. Eine Sprengung in Sishen bekamen wir auch aus der Ferne mit. Der braunrote Staub hing noch lange in der Luft.

Nach rund 6 Stunden und etwa 350 Kilometern waren wir gegen Abend wieder in Kuruman. Ein ganz netter Ausflug, auch wenn wir unser geplantes Ziel nicht erreichten. Wirklich spannend wäre einmal eine Führung in den großen Minenanlagen, aber das muss leider Monate oder Wochen vorher vereinbart werden.
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Norbert Swoboda
Akaflieg Graz

Mein Blog, das ich auch schon vor vier Jahren in Kuruman geführt habe, ist unter norbertswoboda.wordpress.com
zu finden.


Ein 1250km JOJO sollte es werden!

Die Wetterlage hatte sich in den letzten beiden Tagen umgestellt.
Trog ade und Normalwetter sollte sich einstellen, so meinten die allbekannten Wetterprogramme. Tolle Farbdarstellungen suggerierten Fluglängen im dunkelbraunen Bereich.
Naja, der 27. und 28. gingen dann erst mal in die Hose. Die erwartete Wolkenpracht war wohl in fehlender Luftfeutigkeit verschwunden und der Wind mischte dafür kräftig mit. Am Abend des 28. hab ich dann doch noch mal das Farbenspiel der Wetterprognose über mich ergehen lassen – alles dunkelbraun !!!
Dazu alles Trocken, die ersten und einzigen Wolken am Nachmittag in der Nähe von Mifikeng, das sind 300 km von Kuruman weg.
Damit war der Weg frei für die eine oder andere Flasche Rotwein im Kreise der Camp- Truppe.
Aus irgend einem Grund habe ich dann doch das Wetterbriefing für den nächsten Tag um eine Stunde vorgezogen.
Nach einem schönen Abend und einer etwas kürzeren Nacht wurde ich gegen 6.00 Uhr durch die Bediensteten der Lodge geweckt – also sofort ran an das Wetter.
Top Meteo – das gleiche Elend wie am Abend zuvor.
Aber meine Laune verbesserte sich deutlich nach dem ich das afrikanische Modell zu Rate gezogen hatte. Über das ganze Gebiet ab 10.30 Uhr Wolken in 4500 m nur im Süden noch mäßiger Wind.

Mit angemessenem Druck die Kollegen informiert, kurzes Wetterbriefing und dann zum Platz. Startbereitschaft 10.00 Uhr.
Die Top Meteo Hardliner im Team staunten nicht schlecht als sie die Masse der Flieger bei ihrem Erscheinen gegen 9.00 Uhr fast startbereit vor fanden.
Die Startbereitschaft haben dann doch noch alle eingehalten, nun mußte bloß noch das Wetter kommen.
Ich hatte mir ein FAI JOJO in Süd-Nord Richtung westlich des Platzes deklariert.
Wetter 10.30 Uhr – keine Wolke in Sicht, erste bescheidene Windbewegungen, man konnte auch glauben Ablösungen.
Dann meldeten sich zwei Jets aus Joburg zur Landung an, also eine kleine Pause für uns.
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11 Uhr – das Top Meteo Lager beginnt Oberwasser zu bekommen. Ich entschließe mich deshalb als Erster zu starten.
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Das ging dann doch schon recht gut. Abflug in Richtung Süd um 11.30 in 4000m NN, von Wolken allerdings noch keine Spur.
Mein Wendepunkt war in der Nähe von Douglas bei 150 km.
Keine 10 Min. nach dem Abflug entwickelten sich dann recht schnell 2-3/8 Cu. Trotzdem waren 117 km/h für den ersten Schenkel sehr mäßig! Natürlich waren damit die Messen für mein aufgeschriebenes JOJO gelesen und ich mußte Plan B aktivieren – ein 1000er FAI Dreieck sollte es werden. Die verbleibende Zeit sollte reichen.
Also dann die Wende und in Richtung Mafikeng. Der Weg führt an einer Reliefkante in Richtung NO. Wenn man Glück hat bildet diese Kante auch eine markante Wolkenlinie aus, heute aber leider nicht.
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Trotzdem war bei konsequentem Geradeausflug ein gutes Vorankommen. Kurz vor Mafikeng dann die Wende in Richtung WNW. 152 km/h erzeugten bei mir dann auch ein gewisses Wohlgefühl.
Bis dato hatte ich eine Rückenwindkomponente die sich jetzt in 20km/h Gegenwind wandelte. Ein Problem oder Nachteil entwickelte sich daraus allerdings nicht. Es war die Tageszeit mit der
„besten Thermik“ und außerdem ging es jetzt in die Gegend, wo sich Schakal, Löwe und Hyäne gute Nacht sagen.
Die letzten erkennbaren menschlichen Behausungen sind weg, nur entlang des Grenzflusses
scheint es noch Zivilisation zu geben.
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Der Weg führt vorbei an der „Fischer Farm“, wo es für einen Segelflieger selbstverständlich ist, einen Ehrenkreis zu fliegen. Dann geht es rein nach Botswana.

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Wenn vorher nichts mehr war, ist jetzt gar nichts mehr. Straßen, selbst Sandwege gibt es hier nicht, auch Landemöglichkeiten sucht man in dieser Buschwüste vergebens. Das ist allerdings alles kein Problem, denn alle Wolken heben den Flieger bei Bedarf wieder in die gewünschte Höhe. Ich kann an dieser Stelle so weit ausschweifen, weil der Flug fast von alleine ging.
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Es war nur notwendig, den richtigen Zeitpunkt für die letzte Wende zu bestimmen. Das bedeutet, etwas kalkulieren, rechnen und die Erfahrungen der vielen Anflüge aus dieser Region einbeziehen. Ich wendete dann 16.45 Uhr, mit einer verbleibenden Strecke von 300 km und SS von 19:06 Uhr.
Oben bleiben und gute Flugwegwahl ist jetzt die Aufgabe bis zum Erreichen der Anflughöhe.
Oft genug bricht die Thermik in diesem Gebiet recht schnell zusammen. Offensichtlich wollte sich das reale Wetter (nicht die Vorhersagen) mit anhaltend guten Entwicklungen bedanken.
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Alles lief glatt und schon bei km 150 auf das Ziel hatte ich die Anflughöhe erreicht, ETA 18.36 Uhr. Wer wird da nicht in Versuchung gebracht die halbe Stunde noch auszufliegen?
Anflug völlig entspannt, Landung 19:06 Uhr bei OLC 1.135km.

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Ein toller Flug ohne eine einzige Situation, die hätte Sorge bereitet.
g.k.


Saisoneröffnung 2016/2017 in Kuruman (Südafrika)
Schon im Mai 2016 bekamen wir von Klaus Wonneberger eine Anfrage, ob wir nicht mal an einem Gliding Camp in Südafrika teilnehmen wollten. Nach kurzer Überlegung stand der Entschluss fest, das machen wir. Nach entsprechender Vorbereitung begann die große Reise zusammen mit Klaus am 10. November 2016. Von Berlin-Tegel über London und Johannesburg ging es nach Kimberley, wo wir am 11.11. gegen Mittag ankamen. Weiter ging es dann mit dem Leihwagen nach Douglas, wo wir uns mit dem Organisator des Camps in Kuruman Gert Kalisch trafen. Der wiederum bereitete gerade mit dem Campdirector in Douglas Martin Lessle das Eröffnungsbriefing für das Camp in Kuruman vor.

Martin

Martin

Wir übernachteten in Douglas in der “Villa de Ghaap Guestho” eine empfehlenswerte Unterkunft. Am Abend gab Gert für alle Teilnehmer beider Camps ein Abendessen.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Kuruman, der “Oase in der Kalahari”, davon ca. 100 km auf einer Schotterstraße. Über die Erfahrungen damit wurde schon im vorigen Jahr berichtet. Für uns ergaben sich ähnliche Erfahrungen und Erlebnisse. Gegen Mittag kamen wir dann in Kuruman an und bezogen unsere Unterkunft in der Shomatobe Lodge.
Die Lodge besteht aus mehreren, im landestypischen Stil erbauten, mit Schilf gedeckten Häuschen, klimatisiert versteht sich. Die Inneneinrichtung entspricht europäischen Standards. Ein Swimmingpool und eine Gaststätte sind auch dabei. Der Zimmerservice ist ok, Wäscheservice, mit geringer Gebühr.
Am 13.11 fuhren wir dann nach dem Frühstück das 1.Mal zum Flugplatz. 10 bis 15 min benötigt man, je nach Verkehrslage. Die große Frage, ist im Container alles in Ordnung, konnte nach wenigen Minuten positiv beantwortet werden und das Ausladen konnte beginnen. Damit war dieser Tag voll ausgefüllt.
Am 14.11. wurden die Arbeiten fortgesetzt und die Segelflugzeuge aufgerüstet, für die Piloten, die anwesend waren. Im Laufe des Camps kommt es ja zu wechselnden Teilnehmern. Die Segelflugzeuge wurden auf dem Abstellplatz verankert und alle Arbeiten erledigt, um am nächsten Tag in die Luft zu kommen.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Grillfest an der Hütte von Gert und Petra.
Der 15.11. wurde der 1.Flugtag. Die Wetterprognose für Kuruman sagte gutes Flugwetter voraus, was sich im Verlauf des Tages auch als richtig herausstellte. Für die dann folgende Woche sollte das nicht so zutreffen. An diesem Tage stimmte aber alles und so wurde Startaufstellung auf der 02 genommen und gegen 11:30 Uhr gestartet. Die ersten Bärte erwiesen sich für alle Starter als nicht auszufliegen und so mussten alle noch ein zweites Mal den Motor zu Hilfe nehmen. Aber dann ging die Post ab. Steigwerte bis 7m/s, Geschwindigkeiten über Grund von 230 km/h bei Rückenwind und eine Basishöhe von über 5000 m über NN sorgten dafür, dass nach 6 Stunden 945 km Strecke erreicht werden konnten. Ein vielversprechender Anfang. An den Folgetagen drifteten die Wettervorhersagen und die Wirklichkeit weiter auseinander. Pessimistische Prognosen über die man sich hinwegsetzen musste führten dazu, dass erst am 19.11. und 21.11. weitere Flüge unternommen wurden, die jedoch die Qualität des 1.Tages nicht erreichten, was nicht weiter schlimm ist.
In der dazwischen liegenden Zeit gaben sich Gert und Petra große Mühe, dass die Kultur nicht zu kurz kommt. Ein Ausflug nach Kathu mit dem größten Erztagebau der Welt, sowie ein Besuch der „Wonderwerk Höhle“, der „Wiege der Menschheit“ vor 150.000 Jahren, ca.40 km von Kuruman entfernt, sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam.
Ein gemeinsames Abendessen in der „Red Sands Lodge“ rundete am 22.11. die flugarmen Tage ab.
Am 23.11. wurde die ASG 29 nach Douglas per F-Schlepp überführt und die ASW 22
aufgerüstet. Für die nächsten Tage ist die Vorhersage wieder besser und es wird geflogen.

Leider traf dieser Wunsch auch nicht so ein. Außer 2 Startversuchen vergingen die Tage bis zum 25.11. ohne konkrete Ergebnisse. So wurde die Zeit für kulturelle Erlebnisse genutzt.
Zum einen machten wir eine Safari in einer Wildtierfarm. Wir konnten viele Rudel dort lebender Tiere beobachten und ihr Verhalten erleben. Es waren insbesondere viele Antilopenarten, Springböcke, Gnus auch Giraffen und viele Kleintiere. Es war das Erlebnis der besonderen Art.

Safari

Safari

Am Abend besuchten wir die „Red Sands Lodge“, eine Lodge der gehobenen Art, zum gemeinsamen Abendessen.
Der 25.11.sollte dann wieder ein erfolgreicher Tag werden. Wir starteten gegen 11:30 und hatten mit Rückenwind bald 130 km in Richtung Südosten erreicht. Danach ging es in entgegengesetzter Richtung bis über die Grenze nach Botswana. Inzwischen hatte sich parallel zu unserer Flugrichtung zurück eine Schauerstaffel entwickelt, an der sich eine Konvergenzlinie bildete, an der wir ca. 80 km im Geradeausflug zwischen 3500 und 4000 m MSL erlebten. Um 15:55 Uhr hatten wir 600 Streckenkilometer erreicht, die erfahrungsgemäß für 1000 km reichen sollten.

im Flugzeug

im Flugzeug

Die Konvergenzlinie baute in den folgenden Stunden etwas ab aber wir konnten sie für weitere
350 km nutzen. Inzwischen war es jedoch 18:20 Uhr geworden und wir konnten die letzten 50 km bis Kuruman in Angriff nehmen. Mit einer Höhenreserve von 1100 m erreichten wir den Flugplatz. Diese wurde noch in Strecke umgesetzt so daß am Ende 1009 km zu Buche standen.
Für den PIC und den Co war es der erste Tausender mit diesem Flugzeug.

1000 km !

1000 km !

Eine Bemerkung zur Navigation: Die Landschaft bietet wenig markante Orientierungspunkte. Die Sichten sind oft über 100 km, aber man sieht eine gleichmäßig aussehende Landschaft. Der Stand der Sonne hilft auch wenig, sie steht meist senkrecht und neigt sich nur beim
Auf- und Untergang. Ohne moderne Navigationstechnik wäre das Flugerlebnis nicht so wie es ist.
Der nächste Tag brachte wiederum Flugwetter. Wir nahmen uns ein 1000‘er Dreieck vor, um mal wenigstens 2 Wendepunkte abzufliegen. Ein so großes Dreieck war an diesem Tag nicht drin. Der Start erfolgte auf dem Schenkel. Der 1. Wendepunkt lag 30 km südlich Douglas an einem markanten Bogen des Orange River. Hier hatten wir die besten Steigwerte mit 7 m/s und eine Basishöhe von 5000 m MSL. Dann ging es in Richtung Vryburg zum 2. Wendepunkt ca. 20 km östlich davon. Hier war die Basis wesentlich niedriger, ca. nur noch 3500 m MSL. Es würden jetzt 331 km Richtung Botswana folgen. Wie vorausgesehen reichte die Zeit dafür nicht mehr. Nach 600 km nahmen wir die Endanflughöhe und erreichten den Flugplatz nach 700 km. Weitere Flüge vielen dem starken Seitenwind am 27.11. zum Opfer.
Ein Fazit: Fliegen in Südafrika gehört mit zu den besonderen Erlebnissen im Segelfliegerleben. Dieser Bericht gibt nur ansatzweise die Gesamteindrücke, die wir von Südafrika mitnehmen wieder.
Wir danken Petra, Gert und Klaus für die Möglichkeit dieses großen Erlebnisses.

Ingrid und Horst Kubitz


Bilanz der ersten 2 Wochen
Die ersten 2 Wochen und damit auch Zeit für den „Besten sächsischen Junior 2016“, Markus Uhlig sind wie im Flug vergangen.
Leider waren nur vier erwähnenswerte Flugtage die Ausbeute. Aber auch das Kennenlernen von Land und Leuten (black and white) der afrikanischen Kultur und der hiesigen Fauna und Flora sollten für Marcus bleibende Erinnerungen hinterlassen haben.
Ein Hammertag mit einem JOJO entlang einer ausgebildeten Konvergenz über 1.140 km war sicher der fliegerische Höhepunkt.
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Dazu findet ihr zeitnah den Bericht auf dem Butten „bester Junior“
Eher untypisch für den Monat November beeinflusste der Trog mit seiner feuchten Luftmasse das Wetter der letzten Wochen. Dazu kamen Windrichtungen, die in Kuruman besser zum Nichtfliegen führen.
Insgesamt sind wir mit den gemachten Flügen nicht unzufrieden und sehen dem hoffentlich besseren Wetter der nächsten Tage entgegen.                                                                              g.k.


Der Container ist da !

Staubfrei und völlig unbeschädigt ist der Container drei Tage vorfristig in Kuruman angekommen.

Butterweich vom Seitenlader abgesetzt und ein zeitnaher Kontrollblick von Hans ins Innere beruhigte die Nerven der anreisenden Eigentümer der Flugzeuge.

der Container ist da

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Am 13.11. wurden die ersten Flieger zusammengesteckt.

Das Auspacken bei einer Wetterlage mit stabiler Trockenthermik  bei 1300m erleichterte die Arbeiten.

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14.11. – nochmal die gleiche Wetterlage gab uns Zeit für ein ordentliches Eröffnungsbriefing und Restarbeiten, hauptsächlich an der Avionik.

Ein zünftiger Kesselgoulasch ist dann sozusagen der Startschuß in die neue Saison.

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Übrigens könnt ihr die die Eindrücke von Markus, dem „besten sächsischen Junior 2016“ auf unserem so genannten Button verfolgen.


„Verladen und Verschifft“

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Der 01.Oktober war Packtermin.

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Tolle Wetterbedingungen !! Ganztägig mehr oder weniger starker Regen.
Wir sehen das positiv – das Wetter kann nur besser werden.
Mit Einbruch der Dunkelheit hatten wir dann doch alle Flieger verstaut.

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Das Zubehör war dann am Folgetag dran. Das war ganz gut so, denn wir konnten nun bei trockenem Wetter noch mal die Feuchtigkeit aus dem Container entweichen lassen.

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Abholung am 06.Oktober

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Der 100 Tonnen Kran war dann wohl doch etwas übertrieben, wir brachten nur 9,5 Tonnen auf die Waage. Die Mission 2016/17 begann um 16:46 Uhr mit der Abfahrt des Lastzuges in Richtung Bremerhaven. Das Schiff, die „Buxcoast“, ist am 10.Oktober in See gestochen und wird am 4.November in Port Elisabeth erwartet.
Die ganze Sache kann man dann zeitnah auf dem Internet Portal „Marinetraffic“ verfolgen.

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gk 10.10.2016


„Bald geht’s wieder los … !“
Das lange Warten geht dem Ende entgegen. Noch ist eine relative Leere im Container festzustellen.
Letzte Anpassungen der Einbauten für die in diesem Jahr vorgesehenen Segler werden noch abgeschlossen.

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Das wird sich aber an diesem Wochenende ändern – wir beginnen mit dem Einladen.
6 Segler werden dieses Jahr die Reise nach Kuruman antreten, 3 x Nimbus 4 DM und jeweils eine ASW 22, ASG 29 und ein Ventus cM.

Auch in 2016 gibt es wieder den Sonderpreis für den „besten sächsischen Junior“.
In diesem Jahr hat Markus Uhlig aus Großrückerswalde mit beeindruckenden Flügen gewonnen. Er wird den gesponserten Preis von „14 Tage Nimbus 4 DM“ gleich zu Saisonbeginn erleben dürfen.
Seine Eindrücke findet ihr in einem gesonderten Blog auf unserer Seite.

g.k. 26.09.2016


Was bleibt: „El Ninio“ hat das Wetter in Afrika beeinflusst!“
Nun sind die Flugzeuge im Container verladen, alle Sachen sind gepackt! Was bleibt, ist eine Bilanz zur vergangenen Saison zu ziehen.

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Den Erfahrungen der letzten Jahre folgend hatten wir den Saisonbeginn eine Woche später gelegt.
Am 09.11. war Camp- und Saisonbeginn in Kuruman. Die Wetterbeobachtungen im Zeitraum davor bestätigten diese Entscheidung. Unser zweiter Flugtag – der 12.November – brachte dann auch direkt die erste Tausender Wetterlage. Untypischerweise für die noch junge Saison kamen im Anschluss daran auch gleich mehrere Tage, an denen die Trog Linie bedrohlich nah an unser Fluggebiet heranreichte. Das bedeutet vormittags schönstes Wetter, ab 14.00 Uhr erste Schauer im weiteren Verlauf des frühen Nachmittags mehr und mehr Schauer mit eingelagerten Gewittern.
Also schwierig zu fliegen.

Es folgten bis zum Beginn der eigentlichen „high Season“ (10. Dezember – 25. Januar) weitere 8 Tage mit Wetter für Flüge jenseits der 1000er Marke . . . eher untypisch für den Nord-West Teil des Landes.
Es deutete also alles auf eine überdurchschnittliche Saison hin.

Dies sollte sich leider spürbar ändern. In der Folgezeit verschlechterten sich die Bedingungen erheblich.
Bis Anfang Januar gab es genau einen Tag mit Wetter für solch große Flüge.
Die Ausnahme während der gesamten Hochsaison bildeten dann die ersten Januartage.

Vier Tage in Folge homogenes großräumiges Granatenwetter.

Der Höhepunkt dieser vier Tage war ein Flug über 1370 km, der bisher weiteste  Flug ab Kuruman und wohl ganz Südafrikas (unter Beachtung der Regelungen SS, unter Einhaltung des zulässigen Gewichts sowie der Betriebsgrenzen).
Leider blieben die vier Tage die Ausnahme. Bis einschließlich 14.01. waren die Tage alle gut fliegbar, es konnten Strecken bis knapp an die 1000 km durchgeführt werden.
Eine Regenperiode bis zum 22.01., die von der Region sehnlichst erwartet wurde aber uns leider nicht weiter brachte, beendete den Traum von einer super Saison abrupt.
Ab dem 23.01. normalisierte sich die Wetterlage.

Wenn man nun davon ausgeht, dass von der verfügbaren Flugzeit ab dem 21.12. -19:27 Uhr SS- bis zum 31.01. -19:22 Uhr SS- der Tag gerade einmal 5 min kürzer wird, kann man während des gesamten Zeitraumes bei vernünftigem Wetter täglich +/- 9 Stunden fliegen.
Also beste Voraussetzungen für große Strecken . . .
Leider nicht so in dieser Saison 15/16 – deshalb blicken wir erwartungs- und verheißungsvoll auf das kommende Winterhalbjahr im Kuruman Gliding Camp.

Fazit:
–          Eine gute Vorsaison
–          Die Nachsaison mit erheblichem Potential
–          Die „high Season“ deutlich schlechter als in den Vorjahren

Daraus leiten wir die Planung für 2016/2017 wie folgt ab.

Camp Beginn 11.11.2016 / Camp Ende 03.02.2017

Wir planen schon jetzt mit 2 Containern.
Eine begrenzte Anzahl von Plätzen im Container stehen noch zur Verfügung, also, schnelle Reaktion kann nicht schaden.

Chartermöglichkeiten sind sowohl auf Doppelsitzer auch auf Einsitzern vorhanden.

Ebenfalls besteht auch im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit als Co Pilot mit nicht ganz unbegabten Piloten „Segelfliegen über der Kalahari“ in seiner ganzen Schönheit zu erleben.

Für eure Fragen stehe ich gern zur Verfügung ( gert.kalisch@t-online.de ).


Kuruman eine Weihnachtsodyssee (27.Dez.15 – 10.Jan.16)
Am Abend des 27.Dezember 2015 fanden 4+1 Schwarzheider Flugbegeisterte den Weg zur Shomatobe-Lodge in Kuruman, Südafrika.
Das Weggefährt, ein Toyota Quantum, hatte arge Mühe dem kräftigen Seitenwind zu trotzen, aber den geübten Segelflieger lässt nichts vom rechten Weg abkommen.
Gert begrüßte uns standesgemäß halbnackt im sonnenblauen Pool und nahm, bekleidet mit einem Badetuch, die Namensparade der ihm unbekannten Fliegerkollegen ab. Dieser erste Eindruck ließ auf einen entspannten Urlaub im nördlichen Teil von Südafrika hoffen.
Kuruman, ca. 600km westlich Johannesburg liegt mitten in der Kalahari und hat landschaftlich viel roten Sand, ne Menge Thermik und endlose Straßen, die gerade ausführen, zu bieten. Dank seiner Minen im Umkreis von 200km ist Kuruman eine aufstrebende Ortschaft, deren Charakter sich an deren städtischen Mall´s ablesen lässt.
Lasst Euch überraschen vom Kontrastprogramm zum Fliegen – Shopping the Mall@Checkers!.

Zunächst erwartete uns kein fliegerisches Erleben. Die Lieben zu Hause hatten Weihnachtsnachwehen bei 12°, ohne Schnee,
wir aschgrauen Himmel bei anfänglich 30°.
Ein Sprung in den Pool und die wärmende Hand von Petra, sowie 500g Rumpsteak, auf Holzfeuer bereitet vom Grillmaster, verschafften Linderung.

Bild 1 - Grill

#Bild 1-Grill

Der Himmel strahlte an den folgenden 2 Tagen saftiges grau. Gert und Petra führten uns in das Flugplatz- und Kaufverhalten ein.
Dina und Klaus erarbeiteten sich trotzdem fliegerisch in der „PK“ (Nimbus 4 DM) grandiose 125 km unter der führenden Hand vom Chef. Dem Piloten auf der „KG“ (ebenfalls Nimbus 4DM) wurde allenfalls heldenhaftes Fliegen vom Oberhaupt über die langen Schwingen bescheinigt.

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#Bild 2-Start

Geprägt von diesen Belobigungen flogen PK und KG im Verbund 627km Richtung Botswana. Das Terrain, ein endloses Sand- und Buschmeer mit wenigen Flugstrips und sich verdichtende Bedeckung ließ die Herzen leicht höher schlagen.
Wir trauten uns in die lebensfeindliche Gegend, denen nur Löwen und Hyänen tatsächlich etwas entgegen zu setzen haben. Uns gelang dies nur dank Basishöhen von 3.500 – 4000m GND, dem detaillierten Bericht von WetterMan und seinem unverzagten Fels in der Brandung, Taube Petra (altgriechisch = Fels).
Das musste im Del Rio, einem Ranchrestaurant mit Filletsteak, Snails&Cheese on Mushroom- Champions, Castel-Lager und breitem Grinsen, begossen werden.
In Brandenburg wurde es jetzt kalt und erste Schneespuren zeichneten sich ab.
Gin Tonic, Sekt, Castle Lager, Rotwein und Whiskey wurden mit dem Jahreswechsel unsere Wegbegleiter und wir rückten näher an Gert&Petra heran. Im Verbund mit Moni kredenzten sie Soljanka im afrikanischen Kesseltopf.

Bild 3 -Essen

#Bild 3-Essen

WetterMan schloss das Wetter um 07.40 Uhr, nachdem die Mannschaft um KG zum Briefing 10´ zu spät erschien. Damit waren die Grenzen abgesteckt.
Diva Gert regte am 02.Jan.16 einen großräumigen Flug an und vergaß nicht den Hinweis, hurtig den FP aufzusuchen. Unser Allvater verhieß für diesen Tag vierstellige Km.
Nach lekker Geflügelsalat aus der Gemeinschaftsküche Moni@Petra ging es aus 3.000m Abflughöhe Richtung Douglas. Hier verloren sich kurzzeitig KG und PK, da das unter Fliegern bekannte Saufen die KG in tieferes Gelände geführt hatte.

Bild 4 -Gelände

#Bild 4-Gelände

Im Funkteam ging‘s weiter und wir wendeten 30km hinter Douglas. Von dort führte uns Thermik in nordöstliche Richtung nahe Vryburg. Zum nachmittäglichen Tee, gegen halb 3 nahmen die Piloten nach 4,5h diesen Wendepunkt, mit knapp 500km auf der Uhr. Weitere 650km folgten einer mittleren Reisegeschwindigkeit von 140km/h und der 1000er war voll.
Gott sprach im breiten sächsisch: „Hasde um 16.00 Uhr 600km, schaffsde die 1000, logger“!
. . . und er behielt recht. PK dokumentierte gar ein 1000er FAI und beendete den Tag mit 1.170km.
Gott sei Dank.

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Am nächsten Tag ergriffen die Nimben einen Linienflug ins südliche Griekwastad, um anschließend Kristonia an der nördlichen Grenze zu Botswana zu besuchen. Die Nachmittagslinie trug 400km lang und dauert etwas mehr als 2,5h bzw. mit einem Stundenmittel um 150km/h.

Felschen und Moni shoppten sich den Leib von der Seele, in Flucht vor Sonne und heißen Temperaturen (40°C). Moni kaufte sich ne extragroße Schwimm-Nudel, WetterMan genoss die Dankbarkeit seiner Vorhersagen und Taube, ja, Petra lächelte die Hitze einfach weg.
Nur Sunset oder die Lust auf spätabendliche Ausdauer beendet in Kuruman das Rennen auf 1000km, die geflogen werden wollten und wurden.
Im Halbdunkel des Bezügerückens auf die Nimbusflächen verloren wir die Lust auf Kochen und folgten spontan dem Weg ins „Stammlokal“ Del Rio, um mit köstlich Steaks und Snail on Cheese das Erlebte zu vernaschen.

Am Urlaubstag 9 versperrte um 18.00 Uhr nach etlichen Strecken-km ein Gewitter den Anflug auf Kuruman. Die Fluglotsen des Glidingcamps empfahlen das Fliegen von Warterunden. Nach 45min Höhehalten wurde jedoch der segelfliegerische Sprit knapp.
Die Sonne neigte sich bedrohlich gen und auch auf der Südhalbkugel unter Westen und nahm den Aufwinden die benötigte Kraft.
Links und rechts zuckten Blitze und schlugen grell leuchtend in Kuruman ein. Östlich der Stadt loderte ein Savannenfeuer.
Ein kurzes Schauerloch ermöglichte den Anflug aus Süden auf die quietschnasse Runway.
Auch hier stand The CampDirector seinen Gert und lotste seine Schäfchen zurück in die Logde.

Bild 6 -Regen Fz-or

#Bild 6-Regen Fz

Nach einem Pool- und Pausentag schaffte das Camp seinen Zenit.

Bild 7-Pool

#Bild 7-Pool

Die „PK“ unter Klaus und Steward Gustl nahm Platz 6 im OLC Gesamtafrica ein – 1229 km mit den Wendepunkten Colsberg und Campbell an der botswanischen Grenze. Mit 40 Punkten weniger setzte sich die KG auf Platz 9 in der Tagesafrica-Rangliste ab.
Und ehrlich: Scheiss auf die Rangliste. Es war einfach ein geiler Flug. Zu wenden bei Gariep Dam, 6.000m absolute Höhe, ein Höhengewinn in einem Bart um 2.700m, integriertes Steigen von 6,8m/s,
19% Kreisen bei knapp 9h und 46 Aufwinde machen artig und richtig Spaß.

Satt vom Vorhersagen stieg unser Wetterfrosch die Poolleiter herab und schickte uns in den Urlaub.
Ziel unserer Gliding-Abstinenz wurde für 2 Tage der Mokala-Nationalpark.
Dort holten uns Warzenschweine, Giraffen, Rhinos sowie Gnus, Gazellen und Büffel auf das Wesentliche zurück. Fressen!

Bild 8 -Tier

#Bild 8-das Tier!

Bild 9 -Steak

#Bild 9-das Steak!

Es war einfach toll. Die Erde hatte uns wieder.

Am vorletzten Urlaubstag holten wir nochmal Schwung. Die 900 Strecken-km mussten mit Schauern und Gewittern umspült werden.
Im Osten und Norden verfestigte sich eine Schauerlinie, die uns nur teilweise das begehrte schnelle Vor-Fliegen ermöglichte.

Bild 10 -Unterwegs

#Bild 10–Unterwegs

Es war wirklich ein schöner Urlaub. Alle hatten sich lieb. Die Zutaten von Moni und Petra können kaum ermessen werden und Gott, Camp-Director Gert in Personalunion mit The Weather ist wie er ist und sein soll.

Wir kommen wieder!

Bild 11 -6.8

#Bild 11- „6.8“

von Klaus&Moni, Dina@Ulf&Ulf


Fliegen in Kuruman – Ein Traum geht in Erfüllung

Von Dmitry Timoshenko

Prolog:
In Russland geht langsam das Geld aus und der Traum von Flügen in wärmeren Ländern wird durch den Wunsch ersetzt, darüber in facebook zu lesen. Nur zwei russische Segelflieger gaben den Glauben an Flüge in Südafrika nicht auf.
Nur zwei . . .
Aber dafür den uns gewohnten Duo-Discus nach Afrika zu schicken, war undenkbar wegen der zu hohen Kosten. Damit wäre das Projekt fast gestorben… wenn nicht zur rechten Zeit von unseren deutschen Freunden Gerd Wandel und Gert Kalisch ein verführerisches Charterangebot eingegangen wäre. Und so erwartete mich und meine Co-Piloten ab Mitte Dezember ein
Nimbus-4DM auf dem Flugplatz Kuruman.

Bild 10-1

Selbst beim oberflächlichen Studium dieses Örtchens und seiner Segelflugbedingungen keimten in uns bereits große Hoffnungen auf lange Strecken.
Und – was für ein Schreck! – Kuruman war praktisch ein Garant für 1000 km! Für einen russischen Segelflieger, für den bereits ein 500 km-Streckenflug ein Geschenk ist, sind solche langen Strecken reinste Exotik. Selbst in Gariep Dam war es den russischen Expeditionen in den vergangenen drei Jahren nicht gelungen, einen Tausender zu bewältigen.
Und so haben wir beschlossen nach Kuruman zu fahren. Wir – das sind Anton Saskovets, Ivan Rudenko und ich.

Bild Ivan und Anton  „Ivan und Anton“

Den Segler sollten wir aus den Händen des großartigen Dmitriy Rakitskiy übernehmen – er hatte den Nimbus die drei Wochen vor uns gechartert.
Die letzten Tage vor dem Abflug nach Südafrika. Eine Aufregung wie die kindliche Vorfreude auf das Weihnachtsgeschenk – es erwartet uns irgendetwas angenehmes, tolles, beeindruckendes, aber was konkret ?

Kuruman:
Ein Flugplatz im Norden des Landes, 560 km westlich von Johannesburg, über verhältnismäßig nicht schlechte Straßen zu erreichen. Je weiter man sich von der Hauptstadt entfernt, um so rauher wird die umgebende Landschaft. Kuruman selbst liegt an der Grenze einer der unbelebtesten Wüsten der Welt – der Kalahari. Und diese Wüste soll dann auch noch unser Fluggebiet sein! Außenlandungen außerhalb des Flugplatzes waren praktisch nicht möglich. Jede Entscheidung muss mit höchstem Sicherheitsvorbehalt getroffen werden. Wir lesen mit „Begeisterung“ die Warnung:
„Außenlandungen in Botswana sind verboten!“ :)
Aber eigentlich wollen wir ja auch nicht außenlanden – wir wollen fliegen! Unsere Entschlossenheit wird durch die große Anzahl von Flugplätzen in Südafrika noch bestärkt. Diese waren zwar nicht immer für eine Landung geeignet, aber zum Überleben – bitte schön!
Die Länge der asphaltierten Landebahn beträgt 1600 m. Das reicht völlig aus, um mit einem Segler der offenen Klasse mit vollem zulässigen Abfluggewicht zu starten. F-Schlepp gibt es nicht. Deshalb wird nur auf Segelflugzeugen mit Eigenstart geflogen. Das hat uns ein wenig in Aufregung versetzt – oft blies ein starker Seitenwind, wodurch es schwer war auf den ersten Metern die Richtung zu halten … In der Regel ist eine solche Situation untypisch für Kuruman, aber uns traf gerade der „schlechtere“ :) Fall. Einmal mussten wir mit fast 40 km/h Seitenwind aus 90 Grad starten :).

Wetter:
Da kann man nicht meckern – einfach hervorragend!
Wir haben keine Ansprüche – stellten uns nicht die Aufgabe gleich 5 nationale russische Rekorde aufzustellen.
Wir wollten einfach nur viel fliegen und effektiv lernen. Und für solche Ziele war das Wetter großartig! Es gab keinen Tag, an dem der Kurbelanteil über 30% lag.
Dabei war der Steuerknüppel die meiste Zeit in der Hand meiner Copiloten. Und diese hatten keine Erfahrungen mit der Steuerung eines solchen Flugzeugtyps.
Die Wolkenbasis lag in der Regel zwischen 4000-5000m QNH. Steigwerte von 4 m/sec waren die Norm.
Die Flugweiten wurden lediglich durch die Tageszeit begrenzt. Die Segelflugbedingungen wurden niemals längere Zeit vor Sonnenuntergang „abgeschaltet“.
Selbst bei wolkenlosem Wetter konnte schnell geflogen werden. Trockenthermik konnte man häufig und mit starkem Steigen finden. Das waren regelrechte Treibhausbedingungen für Piloten mit geringer Erfahrung, um schnell zu guter sportlicher Form zu finden. Weil einem das Wetter alle Fehler verzeiht.
Unendliche Möglichkeiten zur Erarbeitung von Standardentscheidungen.
Aber einen Haken hatte die Sache trotzdem: Wenn ich so weit entfernt nördlich des mir aus Gariep Dam bekannten Fluggebietes flog, musste ich traurig feststellen, dass die Wolken nur über Kuruman und weiter im Norden standen. Um Gariep herum hielt sich drei Wochen lang eine beständige trockene Luftmasse. Wolken gab es nicht.
El Niño? Ob diese Sch… (Garstigkeit) im nächsten Jahr bis Kuruman reicht ? . . .

Streckenflug:
Man muss schon eingestehen, dass der Nimbus-4DM höhere Anforderungen an den Piloten stellt als ein Duo-Discus. Er verzeiht dir nicht dieselben Fehler. Umso angenehmer ist es dann, wenn es gelingt, eine gemeinsame Sprache zu finden und aus einem störrischen Mustang ein folgsames Arbeitstier zu machen.
Meine Copiloten sind damit klar gekommen.
Und so konnte ich mich den Löwenanteil der Flugzeit an der Landschaft ergötzen und faul Empfehlungen für den nächsten Streckenabschnitt geben. Und Strecken waren das ! . . . Oho !
Der erste Tag endete für Anton mit fast 600 km. Und dabei hatte der Pilot die ganze Zeit einfach nur mit dem Flieger kämpfen müssen! Nach vier Tagen schafften wir dann schon 1.000 km.

1016,4 km  18.12.2016, 1016,4km, 135 km/h

Der letzte Flugtag brachte für Ivan 950 km.
Dabei hatten wir am Morgen noch leichte Zweifel, ob wir überhaupt fliegen werden . . .
Sehr oft hängen die Ergebnisse von einem frühen Start ab. An einigen Tagen konnte man bereits gegen 10 Uhr starten. So etwas habe ich bei meinen früheren afrikanischen Flügen nicht erlebt.
Der zweite Faktor – die Kalahari. Ein Riesengebiet mit homogener Oberfläche zur Erzeugung der Aufwinde im Schachbrettmuster. Ideale Bedingungen.
Solches Wetter und ein Nimbus – eine ausreichende Kombination für 1000 km-Flüge, selbst für Piloten mit geringer Erfahrung.

Infrastruktur:
Ein Hangar, mit allem ausgerüstet, was für Arbeiten an und mit Segelflugzeugen gebraucht wird. Dazu eine Aufenthalts- und Erholungszone, wo nach dem Flug aus dem Kühlschrank wie ein Wunder ein Kaltgetränk kommt . . .
Was braucht man sonst noch, um glücklich zu sein?
Der Morgen beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück in freundschaftlicher, mehr noch – in familiärer Atmosphäre, während des Briefings bekommst Du eine Vorstellung über das kommende märchenhafte Wetter, dann fliegst Du, nimmst am Abend im Kreise deiner von der Thermik wettergegerbten Freunde wunderbare Getränke zu Dir, gehst danach schlafen in vollkommen europäisch gewohnter Qualität, damit sich dann am nächsten Tag alles wiederholt. So ein Glück !!! Aber leider nicht lang genug, zum Teufel . . .

Resume:
1. Nicht teurer als in Gariep und wesentlich billiger als in Namibia
2. Wetter vielleicht sogar besser als in Namibia
3. Offene-Klasse-Segelflugzeug – Traum vieler Segelflieger
4. Freundschaftliche, fast familiäre Atmosphäre

Epilog:
Das Geld hat gereicht.
Die Effektivität des für die Flüge in Kuruman eingesetzten finanziellen Aufwandes ist das Beste, was ich in meinen bisherigen geringen fliegerischen Erfahrungen in Afrika angetroffen habe.
Ein Maximum an Kilometern und Freude für das Geld !

d.t. 05.01.2016


1100 km bei Regen und Wettergrenzen

Von Matthias Kühne

Der Tag begann mit einem kurzen knackigen Frühstück. Gert erwähnte dabei schon, daß es ein langer Tag werden wird.
Kurz nach dem Frühstück erfolgte das obligatorische Wetterbriefing. Dazu wurde uns das afrikanische- und das TopMeteo Wettermodel näher erläutert.
Das Wetter war so gut vorher gesagt, daß wir schnell unsere Sachen packten und auf den Flugplatz fuhren. Somit waren wir schon gegen 8:45 Uhr da und machten unseren Flieger fertig.
Gegen 10:30 Uhr schafften alle ihre Flieger zum Startplatz 02, wo es dann wenige Minuten später auch schon in die Luft ging. Richtung Süden sah man am Himmel schon die ersten Entwicklungen. Unser erster Schenkel ging auch in diese Richtung bis zum Ende der Wolken. Nach den ersten 60 km flogen wir gleich in einen super Aufwind mit über 7 m/s Steigen auf dem Vario. Der Ton vom Vario war nur noch konstant geblieben und es ging wie im Fahrstuhl nach oben. Da war uns klar, es könnte ein guter Tag werden.

Aufwind mit 7,1 m/s

Aufwind mit 7,1 m/s

Als wir nach 150 km an der Wettergrenze ankamen, ging es nun Richtung „NW“. Die Optik sah gut aus mit Wolken, aber wir fanden kein brauchbares Steigen. Später nahmen auch noch die Wolken ab und die Basis fiel zugleich. Somit haben wir nun diese Wettergrenze verlassen und flogen ins gute Wetter zurück Richtung Osten. Im Norden sah man schon die ersten Überentwicklungen mit einzelnen Regenschauern.

Regenschauer unterwegs

Regenschauer unterwegs

Da kam im Cockpit kurzzeitig ein nicht so gutes Gefühl auf. Aber wir entschlossen uns, weiter zu fliegen. Es war auch noch zu früh gewesen, um diesen Tag zu verschenken und somit ging der Flug weiter Richtung Vryburg. Hinter Vryburg, so ca. 60 km, stand die nächste Wettergrenze. Diesmal war es eine mit starken Überentwicklungen. Gegen 15:30 Uhr stand auf dem iPAQ schon 656 km. Das deutete darauf hin, daß wir gut in der Zeit liegen und die 1000 km machbar sind!
Daraufhin erwähnte Georg kurz Gert seinen Spruch: „Wenn man bis 16:00 Uhr 600 km hat, kann man die „1000“ schaffen“. Nun flogen wir den gleichen Weg zurück.
Dieser war am Anfang schon aufregender als der Hinweg.
Die Regenschauer wurden mehr und wir mussten durch den einen oder anderen durchfliegen. Das war aber kein Problem, da im Regen trotzdem unser Vario noch steigen anzeigte und es nach oben ging.
Wir flogen also weiter Richtung Westen. Wieder an Kuruman vorbei bis zu einer Entfernung von 100 km.
Um 18:22 Uhr war es dann soweit, die 1000 km Marke war geknackt. Mit kurzem Jubeln im Cockpit ging es weiter Richtung Kuruman. Das Wetter war noch gut. Die Luft wurde schon etwas ruhiger, aber es waren noch vereinzelt Steigwerte bis 3 m/s vorhanden. Das verleitete uns noch, die verbleibenden letzten 60 Minuten bis Sunset sinnvoll in Höhe und Kilometer umzusetzen. Am Ende des Tages standen um 19:03 Uhr 1102 km auf dem iPAQ und wir setzten zur verdienten Landung an.

Landung vor Sunset

Landung vor Sunset

Die Sonne stand schon so tief, dass man etwas höher anfliegen musste als normal. Nach dem wir dann unseren Flieger fertig gemacht haben, fuhren wir in die Lodge wo auch schon Petra und Gert auf uns warteten. Bevor es dann zum Abendessen ging, gab es erstmal eine Abkühlung im Pool mit Savanna Dry.

Nochmal recht herzlichen Dank an Georg für die tollen und großen Flüge. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dir zu fliegen.

mk 29.12.15


Feuerwalze bedroht Kuruman Airfield

… so oder ähnlich wird es morgen in den Zeitungen stehen

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… und es war tatsächlich so!

Der zweite Weihnachtsfeiertag, hier in Afrika eigentlich kein Feiertag mehr, begann völlig normal.
Die Stadt fast menschenleer, alle erholten sich offenbar vom Weihnachtsfest. Vormittags so gegen 12.30 Uhr – sah man im Südwesten kleine Rauchwölkchen aufsteigen.
15.30 Uhr – wir waren gerade unterwegs um Proviant und Getränke nachzufassen.
Als wir den Supermarkt 30 Minuten später verließen, hatte sich die Situation grundlegend verändert.

Wie zu erkennen, wurde alles vom „lieben Gott“ beobachtet:

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Eine schwarze Rauchsäule stieg mittlerweile zu der über ihr stehenden Cumulus auf.

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Der Wind frischte zusehends auf, natürlich genau aus Südwest, und aus dem kleinen Feuer hatte sich eine rasant ausbreitende Feuerwand gebildet. Der ganze Spuk war allerdings immer noch ca. 3-5 km vom Flugplatz weg. Aus der Lodge wollten wir die Sache im Auge behalten. Hier war der Wunsch der Vater des Gedankens – schnell den Einkauf ausladen und ab zum Flugplatz. Der Weg dorthin führte durch eine fast menschenleere Stadt, keine Polizei, keine Feuerwehr. Aha, dachten wir, die haben alles im Griff.
Am Flugplatz angekommen, dann die große Enttäuschung – kein Mensch außer den Campteilnehmern, die nicht flogen.
Die Feuerwand war bis auf 200 m an die Westseite der Landebahn voran gekommen.

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In aller Eile haben wir den letzten Segler aus dem Gefahrenbereich geschafft und dann notgedrungen das Naturschauspiel beobachtet.

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Die Feuerwand erreichte zuerst den Nordteil der Landebahn. Im Nu war das sowieso störende, 80 cm hohe Gras bis zur Bahn verbrannt und das Feuer verendete wegen Nahrungsmangel.
Jetzt passierte das, womit keiner mehr gerechnet hatte. Die ersten 200 m der Bahn waren mittlerweile frei gebrannt. Das erste Löschfahrzeug, ein Pikup mit ca. 1000 l Wasser erschien, kurzer Rundumblick und mitten auf der Bahn abgestellt! Ihm fehlte offenbar ein Plan!

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Dann ging es Schlag auf Schlag, ein feuerwehrähnliches Fahrzeug bog mit fulminantem Speed auf die Bahn und man glaubt es nicht, stellte den Motor ab. Drei oder vier Leute (Feuerwehrmänner???) sprangen vom Fahrzeug um festzustellen, vorn links ein Platter!!! Das Wasser wurde geschont und sofort mit dem Reifenwechsel begonnen.

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Der Pickup verschwand, wie sich herausstellte, um das Ersatzrad zu holen.
Weitere 300 m waren brandgerodet! Zwischendurch waren weitere Pickup eingetroffen, ebenfalls mit Mindermengen an Wasser. Diese stürzten sich dann tatsächlich in die Flammen. Ein Plan war nicht zu erkennen, aber tatsächlich wurden die Flammen an einigen Stellen gelöscht. Das Feuer hatte mittlerweile 900 m des Nordteils erledigt – die Flammen waren mangels Nahrung erloschen und nun qualmte es nur noch.

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Das Ersatzrad war dann auch endlich da, wurde montiert und das Gerät war rechtzeitig für den Einsatz am Südende der Bahn bereit.
Zeitgleich, gegen 17.00 Uhr, gab es einen Qualitätssprung. Die Profifeuerwehr erschien mit einem Fahrzeug, bog sofort nach Süden ab und verschwand in den Büschen.

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Die hatten einen Plan, sie schnitten den Flammen den Weg ab, mit Erfolg. Zwischenzeitlich war geschätzt jeder dritte Weiße aus Kuruman mit dem Auto auf dem Flugplatz. Das war so eine Stimmung zwischen Volksfest und Feuerwehrübung. Frauen verteilten Wasserflaschen für die in Aktion befindlichen Helden. Auch wir wurden nicht vergessen.

Bei uns sträubten sich so ab 18.00 Uhr langsam die Haare, denn irgendwann mußten ja auch unsere Segler mal landen. Mit viel Überredungskunst haben wir dann Schritt für Schritt von Nord nach Süd die Landebahn „autofrei“ gemacht.
Gegen 18.30 Uhr kamen dann auch die ersten beiden Segler über dem Platz an. Sie mußten sich noch etwas gedulden, konnten dann aber mit noch geringer Rauchbelästigung sicher landen.
Die Feuer waren im Wesentlichen gelöscht oder eben wegen Nahrungsmangels von selbst gestorben.
Ein Abenteuer was man so schnell nicht vergessen wird!
Wir danken hiermit allen Helfern und Beteiligten für ihren großartigen Einsatz.

gk 29.12.15


Segelflug-Abenteuer Südafrika – Team Thüringen

Von Steffen Dienst

Wir, Thomas Meißner und Steffen Dienst, zwei Streckenflug-Anfänger aus Bad Berka (Thüringen) waren angesteckt von der Faszination Segelstreckenflug. Nach zwei Saison´s in der Heimat waren wir heiß auf neue Erfahrungen.
Was gibt es für Streckenflieger für Herausforderungen?
Von zwei Vereinsmitglieder erfuhren wir von ihren Erlebnissen in Südafrika. Schnell wurde Verbindung zu einen erfahrenen Piloten geknüpft, der uns zu diesem Abenteuer einlud. Nach dem ersten Treffen mit Manfred Rothhardt war schnell klar, das wird ein außergewöhnliches Abenteuer.
Die Zeit verging im Fluge und wir sitzen im Flieger nach Johannesburg. Schon die Anfahrt zum Kuruman Gliding Camp ließ bei schönstem Segelfliegerwetter und den schönsten Cumulanten am Himmel einiges erahnen.
Später erfuhren wir, es war ein Tausender-Tag, vier Piloten konnten an diesen Tag über Tausend Kilometer von Kuruman aus zurücklegen.
Am Abend wurden wir von Jörg Schumann zünftig mit einem kühlen Bier in unserer Unterkunft – der Shomatobe Lodge – begrüßt.
An den nächsten zwei Tagen waren die Wetterbedingungen nicht für Segelflug geeignet. Für uns gut, so konnten wir uns ein wenig akklimatisieren.
Am Mittwoch war es dann so weit – der erste Start in Südafrika!
Als erster Copilot nahm Steffen hinter Manfred Platz. Bei 35°C ziehen wir uns Wanderschuhe und Thermohosen an, schon seltsam! Eine Jacke wird ebenfalls im Flieger verstaut.

Auch die „Police“ aus Kuruman schaut erstaunt vorbei, was machen die denn da?

Alles ist gecheckt und Manfred startet den Motor. Kurz nach dem Start kreisen wir bereits in einem 3-m-Bart. Nach wenigen Minuten sind wir 900 m über Grund. Der Motor wird eingefahren und wir steigen weiter.
So sieht Afrika von oben aus! Für das ungeübte Auge – alles gleich! Orientierung gleich null, Kuruman okay, und dann? – Eine Gebirgskette im Süden! Ich versuche, mich nach der Sonne zu orientieren – Fehlanzeige, wir sind in Afrika, da steht die Sonne immer oben! Also verlasse ich mich voll auf die elektronischen Hilfsmittel. Ohne die läuft hier gar nichts. Die Entfernungen sind gigantisch. Die nächste Stadt ist 130 km entfernt und am Horizont nicht auszumachen. Wir sind über der Kalahari, roter Sand soweit das Auge reicht.
Es macht sich ein Druck auf meiner Brust bemerkbar. Ist es die Höhe oder doch die Aufregung? Bei 3000 m über dem Meer bereite ich die Sauerstoffanlage vor. Jetzt geht es besser! Es dauert nicht lange und wir sind an der Wolkenbasis, heute bei 4500 m MSL. So macht fliegen Spaß. Wir schießen mit 180km/h Fahrtmesseranzeige unter den Wolken entlang. Über Grund zeigt unser Navi 230 km/h, der Wind und die Flughöhe bewirken diese Abweichung.
Nun kann ich den Nimbus 3DM auch mal steuern. Schon ein Unterschied zu unseren 15-m-Fliegern. Hier müssen 10 m Spannweite mehr bewegt werden. Das bedeutet Arbeit, vor allem der Einsatz am Seitenruder ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich versuche, den Nimbus zu bändigen, aber bei mir geht es doch mehr Berg ab als nach oben.
Manfred bringt uns zurück an die Basis. Beschäftigt mit Navi, Fotoapparat, Sauerstoffanlage und den vielen neuen Einflüssen bringt mich eine ruppige Thermik aus dem Gleichgewicht. Nach 5 Stunden Flug rebelliert mein Magen. Doch etwas viel für den Anfang? Aber jetzt abbrechen? Um Gottes willen, nein! Ich erhole mich wieder und weiter geht´s.
Die Thermik ist noch sehr gut und ich habe das Gefühl, es wird etwas ruhiger und gleichmäßiger. Nach sieben Stunden und 726 km auf dem Rechner setzen wir zur Landung an. Wir müssen uns beeilen. Der Sonnenuntergang naht und es wird sehr schnell dunkel in Afrika.

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Der Nimbus wird geparkt und verzurrt.

Ein berauschender Tag geht zu Ende. Ich bin überwältigt von den Eindrücken und froh, dass ich morgen einen Ruhetag habe – morgen wird Thomas seine ersten Erfahrungen sammeln dürfen.

sd 23.12.15


Ob „El Ninio“ die Hochsaison bremst?

Seit unserem letzten Lebenszeichen sind ja nun paar Tage vergangen.

Von vielen fliegerischen Heldentaten kann, wegen des sagen wir mal bestens durchschnittlichen Wetters, nicht berichtet werden. Ein Tag mit drei Tausendern war da der Höhepunkt. Trotzdem wurde ordentlich geflogen.

Normalerweise ist die Zeit vom 10.Dezember bis 20. Januar die „high season“ in Südafrika, mit länger anhaltenden stabil guten Wetterlagen. Es drängt sich in diesem Jahr, ein Jahr in dem im pazifischen Ozean der „El Ninio „ aktiv ist, der Verdacht auf, dass sein globaler Einfluß auch in Afrika spürbar ist. Hier herrscht extreme Trockenheit, z. B. ist in Kimberley das Wasser rationiert, die Temperaturen gehen in Richtung 40° C und Regen ist nicht in Sicht.

Sandsturm

Sandsturm

 

Die meist etwas früheren Landungen gaben Gelegenheit, die wie schon erwähnt reichlich vorhandenen Restaurants auszuprobieren. Ein fast unangenehm günstiger Wechselkurs €/Rand sorgt für Schonung des Geldbeutels und dafür, manchmal eine zusätzliche Flasche des köstlichen afrikanischen Weins zu probieren.

6-2-mall

Die neu eröffnete Mall in Kuruman lockt selbst den hart gesottensten Einkaufsmuffel in die Geschäfte.

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Beeindruckendes Niveau, komplettes Angebot der vollständig vertretenen Markenanbieter. Das alles vollklimatisiert, da kann man verweilen und verläßt die Anlage nur ungern.

Mittlerweile gab es einen Wechsel bei den russischen Sportfreunden. Beiden ist es gelungen, ihre ersten 1000 km hier zu fliegen. Gratulation!!!

06.12.2015, Dmitry Rakitsky: 1067,83 km

06.12.2015, Dmitry Rakitsky: 1067,83 km

 

18.12.2015, Dmitry Timoshenko: 1016,40 km

18.12.2015, Dmitry Timoshenko: 1016,40 km

 

Auch hier in Afrika ist der Trubel der Vorweihnachtstage aller Orten spürbar

6-6-weihnachtsbaum

Etwas anders als zu Hause – aber trotzdem irgendwie nett.

Wir werden über Weihnachten einen Abstecher in einen nahegelegenen National Park unternehmen. Der „Mokala National Park“ bietet dazu mit seinem gepflegten Ambiente und reichem Tierbestand beste Bedingungen.

Es bleibt, allen Lesern dieser Seite ein schönes Weihnachtsfest zu wünschen.

gk 22.12.15


Am Sonntag fing in Kuruman für uns das gute Wetter an

Angekündigt hatte es sich ja schon am Samstag – mit Arno als Copilot flogen wir 960 km, scheiterten aber am 1000er durch unerwartet starken Gegenwind am letzten Schenkel – bei stark nachlassender Thermik … irgendwie keine gute Kombination …

Das spürten auch Kollegen im Nimbus 3DM – Manfred und Jörg mussten letztendlich auf dem Flugplatz in Vryburg ca. 120 km vor Kuruman landen – um nicht in die Dunkelheit reinzufliegen. Nach Übernachtung dort starten sie am Sonntag früh wieder, und landen mit ihrem 3DM gegen 09:30 Uhr wieder in Kuruman.

Manfred ist zwar etwas müde, aber ich kann ihn trotzdem innerhalb ca. 2,6 Sekunden überreden, den freien Copilotensitz in meinem 4DM einzunehmen.

Während alle anderen schon am Start stehen, ziehen wir dann – reichlich spät – den Nimbus ebenfalls zur Startstelle 02, helfen den anderen 3 Kollegen beim Start, und schwingen uns dann als Letzte ebenfalls in die Lüfte – mit eher mäßigen Steigraten im Motorbetrieb: Es hatte ja auch an die 40°C …

Gert fliegt mit seiner ASW22 ab Richtung Süden, entlang der Hügelkette bei Kuruman; wir im 4DM etwa 20 km dahinter. Als Gert dann etwa 80 km südlich von Kuruman seine Wende verkündet und von hier Richtung 40° nach Mafikeng fliegt, greifen wir zu einer taktischen List: Wir wenden 20 km vorher, befinden uns dadurch aber nun vor Gert – was ihn bei jedem Funkspruch und Positionsvergleich ordentlich motiviert ‚Gas’ zu geben (was letztlich dann dazu führt, dass er uns irgendwann überholt: Wir haben ihn offensichtlich übermotiviert…)

Es ist ein Super-Tag: Die ersten Wolken werden angesteuert – und wir steigen bald mit bis zu 6 m/s auf 5400 m – und das um 12:00 Uhr, und ohne irgendwelche Anzeichen von Überentwicklungen; der Tag verspricht gut zu werden….

In über 5000 m Höhe nimmt man auch relativ große blaue Löcher gelassen hin – wir fetzen einfach weiter, nehmen mit zwei, drei Kreisen im Blauen ein paar Meter mit, und erzielen so – unterstützt durch etwas Rückenwind – einen Schnitt von 185 km/h über eine ganze Stunde.

In Mafikeng – früher einmal Austragungsort einer Segelflug-Weltmeisterschaft, nun nur noch eine ziemlich große Piste ohne erkennbaren Betrieb – wenden wir, und fliegen nun mehr oder weniger nach Westen – entlang des Grenzflusses zu Botswana. „Fluss“ ist hier etwas übertrieben – nur ein ziemlich großes, aber komplett trockenes Flussbett, gesäumt von je einer Strasse im Süden (Südafrika) und Norden (Botswana).

Die besten Aufwinde verstecken sich nun irgendwie unter den zahlreichen Wolken – vielversprechende Quellungen bieten uns nur magere 2 m/s, während wir gleich nach enttäuschtem Weiterflug irgendwo am Rande der Wolken in einen 5-m-Bart stolpern.

Die Schnittgeschwindigkeiten bleiben trotz leichtem Gegenwind noch immer bei
130-140 km/h; wir peilen nun den Schnittpunkt des 23. Längengrades mit der Botswana-Grenze an – ab hier ist uns der Einflug in Botswana-Gebiet erlaubt. Eine für mich sehr interessante Gegend: – in Botswana kommt man relativ bald in Gebiete mit absolut NULL Spuren von Menschen: Keine Strassen, keine Wege, keine Häuser oder Hütten, keinerlei Bewirtschaftung – absolut NICHTS, nur etwas mageres Gebüsch. Sollten hier einmal Aliens landen, würden sie die Erde als komplett unbewohnt erklären…. Naja, unbestätigten Gerüchten zu Folge gibt es dort zumindest ein paar Löwen, die auf abgesoffene Piloten warten.

Weiter drin in Botswana wird es für uns immer besser: Obwohl schon erste Schauer uns begrüßen, gibt es weiter kräftige 5-m-Bärte; Gert ist nun etwas südlich von uns, wendet bei 220 km von Kuruman; wir ziehen weiter bis etwa 250 km von Kuruman – als dort die Überentwicklung überhand nehmen, wenden auch wir.

Der Rückweg erweist sich als problemlos – in 5000 m hat man einfach keinen Stress … in Kuruman werden wir immer übermütiger, lassen sogar vielversprechende Bärte aus – und müssen zur Kenntnis nehmen, dass man den Thermikgott nicht ungestraft beleidigt: Es ist der letzte gute Bart, den wir da stolz ignorieren, und sind danach froh, zumindest ETWAS Steigen im Süden von Kuruman zu finden.

Immerhin haben wir noch eine stolze Höhe, und setzen diese nun mit 180 km/h in Streckenkilometer um – nur um festzustellen, dass es im Norden von Kuruman immer noch gutes Steigen gibt. Wir haben aber nun genug, und leiten einen Airliner-Endanflug auf Kuruman ein; nachdem wir als letzte – und das reichlich spät – gestartet waren, und nun als Erste nach ca. 1040 km landen, bringt uns das einen Gesamtschnitt von etwa 135 km/h. Wir sind zufrieden – und auch die anderen 3 Kollegen, die ebenfalls alle über 1000 km fliegen.

08.12.2015: Es regnet heute leicht in Kuruman – es ist ja auch Regenzeit in der Wüste Kalahari.

5-Arno

Was sich Arno denkt, wenn wir schon wieder den Bart nicht gefunden haben …

 

5-Flugweg

Unser Flugweg – die Geradlinigkeit deutet auf einen guten Thermiktag hin

 


Das Wetter kommt langsam in Schwung

Die folgende Woche brachte uns fünf Tage mit „Tausender-Wetter“. Allerdings waren die Wetterprogramme leider nicht immer dieser Meinung. So wurde zum Beispiel der 3. Dezember als vorhergesagter hochexplosiver Gewittertag angekündigt:

4-1-Wetter

Wir verzurrten die Flieger ordentlich und erwarteten den angesagten Regen, Blitz, Donner und Sturm. Das Ergebnis waren 3-4/8 Cu von 10 Uhr bis Sonnenuntergang. Also einen sicheren Tag in den Sand gesetzt. Soviel zu der Qualität der hochgelobten Wetterprogramme!

Die Bilanz kann sich trotzdem sehen lassen:

30. November: 3 x 1000 km

4. Dezember: 2 x knapp 1000 km

5. Dezember: 2 x 1000 km

6. Dezember: 4 x 1000 km

Respekt vor diesen nicht immer einfachen Flügen!!!

Entscheidungen zwischen Mut und Leichtsinn

So gut die Zahlen auch aussehen, muss trotzdem jeder Flug individuell erflogen und auch erkämpft werden. Das mussten zwei unserer Piloten am 5. Dezember erleben.Am Ende des Flugtages frischte der Wind entgegen der Vorhersage mäßig auf und beendete ihre Hoffnung, Kuruman zu erreichen. Eine Sicherheitslandung auf einem sicheren Airfield – in dem einem Fall – war eine richtige Entscheidung! Im anderen Fall – 100 km mit dem Motor und dann im Halbdunkel landen ist eben keine gute Entscheidung oder eine Überschätzung des eigenen Leistungsvermögens.

Tolle Flugtage werden dann gern auch mit einem guten Essen in einer der in Kuruman reichlich vorhandenen Restaurants beendet. Klangvolle Namen wie El Dorado, Del Rio, Red Sands, Kalahari Lodge, Palermo und Capello bieten dazu hervorragende Möglichkeiten. Niveauvolles Ambiente und ausgezeichnetes Essen sind hier garantiert.

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gk 08.12.15


Das Camp ist vollzählig

Am Sonnabend sind nun das Team „Austria“ mit Georg Kirchner und Arno Hutter und die Mannschaft aus Thüringen mit Manfred Rothhardt und Jörg Schumann eingetroffen. Damit ist die Sollstärke des Camps für dieses Jahr erreicht. Wir wünschen Beiden tolle Tage hier und Flüge nach ihren Erwartungen.
Sie konnten leider nur als Außenstehende die Berichte der anderen über einen sehr spannenden Flugtag erfahren. Unser Fluggebiet lag an der Vorderkante des sich uns nähernden Troges. Ein eher mäßiger Wetterbericht wurde von der Realität deutlich übertroffen.

3-1-Wetter

3-2-Wetter

Am Abend konnten wir zwei Flüge über 1000 km mit Geschwindigkeiten von 145 und 137 km/h melden. Ein für eine Trogwetterlage untypischer der Front vorgelagerter Cirrusschirm auf den letzten 250 km verhinderte sicher eine noch höhere Geschwindigkeit.

3-3-Flugweg

3-4-Flugweg

Nun schaun wir mal in die nächste Woche. Das Wetter läßt schwache Hoffnung keimen.

gk 29.11.15


Warten auf die Wetterwende

Schnell wie im Endanflug sind die 2 Wochen für den „besten Junior“ vergangen. Seine Eindrücke und Erfahrungen habt ihr ja sicher in seinen Ausführungen unter „Sonderpreis bester sächsischer Junior“ nachgelesen. Das Wetter hat allerdings unser aller Erwartungen leider nicht erfüllt. Nach den ersten beiden Flügen …

2-1-Flugweg

2-2-Wetter

… brachte uns der Durchzug einer schwachen Kaltfront eine langanhaltende Süd-Ostströmung.
Bei Trockenthermik mit Basis in 10 000 ft und 25 km/h Wind in absolut unlandbarem Gebiet rumzufliegen, ist einfach sinnlos.

2-3-Wetter

2-4-Wetter

Somit blieb nur das Warten auf die Wetterwende. Diese stellte sich dann nach fünf langen Tagen endlich ein. Der Trog schwenkte nach Süd-Westen und brachte die dafür typische, mit Gewitterrisiko behaftete, Wetterlage.

2-5-Flugweg

Ein sehr spannender Flug, vier Stunden im Unterhaus und dann völlig unerklärlich plötzlich auf 16 000 ft, wurde leider durch eine mächtige Gewitterzelle über Kuruman, 1,5 h vor Sunset abrupt beendet
Der Folgetag brachte eine ähnliche Lage. Nur war der Trog nochmals 150 km nach Westen gezogen.
Bei uns war die Gewittervorhersage bei 60-80 %.

2-7-Wetter

Im realen Leben sieht das dann so aus:
11 Uhr – Beginn der Konvektion,
12 Uhr – 4/8 Cu,
13 Uhr – 6/8 Cu und die ersten Wolken schießen nach oben,
14 Uhr – 7/8 Cu einzelne Wolken beginnen auszuregnen,
15 Uhr – geschlossene Wolkendecke und die Schauer/Gewitter formieren sich.

Bis dahin könnte man ja theoretisch noch fliegen, allerdings mit dem großen Risiko, dass dann der Platz zu ist und eine Landung nicht mehr geht.
Man entscheidet dann vernünftigerweise in Sinne der Sicherheit.

Heute hat nun unser Junior die Heimreise angetreten, die, wie wir aus den Medien entnehmen konnten, im Schnee enden wird.

gk 23.11.15


Bericht aus der Feder von Max Heilmann, Juniorenpreisträger aus Sachsen

Seine Eindrücke und Erlebnisse berichtet er hier Trainingsbericht


Saison 2015 – 2016
Das Camp ist „open“

Pünktlich am 07.11.2015 wurde der Container angeliefert, etwas staubig, aber ansonsten in perfektem Zustand. Dann lief das übliche Programm ab, Flieger teilweise entladen, Basislager einrichten und das Quartier – die „Shomatobe Lodge“ – sozusagen in Besitz nehmen.
Toller Empfang durch unseren Gastgeber und auch in der Lodge.
Bei einem kleinen Vorbriefing in Douglas, wo wir bei der Anreise einen Tag verbracht haben, wurden uns sehr erfreuliche Informationen überbracht:
Die ohnehin schon bescheidenen

Luftraumbeschränkungen durch die FAR 20,23 und 25 sind für die Saison 2015 – 2016 außer Kraft gesetzt.
Das wär doch mal eine Überlegung für die DFS !!!

Der Sonntag wurde zum Aufrüsten und auch schon für erste Schnupperflüge genutzt.

Der Gewinner des Sonderpreises „Bester sächsischer Junior“ ist für die nächsten14 Tage Gast im Camp. Wir haben ihn gleich am ersten Tag mal auf seine physische Belastbarkeit getestet. Naja, 34°C und Knochenarbeit haben ihre Spuren hinterlassen. Körperlich war er recht schnell wieder fit aber der Sonnenbrand hält noch an.
Der Montag sollte dann der erste Flugtag werden. Trockenthermik, sowieso nicht mein Ding, veranlasste uns gleich mal das nun freie FRA 25 zu testen. Der Erfolg war mäßig und deshalb glaubten wir Flachlandflieger, in den Hügeln der
„Lange Berge“ mehr Glück zu haben. Dort war das Ergebnis noch mäßiger und so endete der Flug recht bald wieder in Kuruman.
Dienstag den 10.11. wollten wir dann mal mit ins Geschehen eingreifen. Trotz eines relativ späten Starts bei Trockenthermik und nochmal 160 km trocken nach dem ersten WP, endlich angekommen im Hammerwetter im Nordosten, ging es mit Basis 5.300 m recht zügig voran. Mit etwas Glück erwischten wir zum Ende des Fluges noch eine Wolkenstraße, die uns zu einem recht ordentlichen Saisonstart geführt hat.


Nun sieht es für die nächsten Tage erst mal etwas bescheidener aus, aber Wetterprognosen müssen ja nicht immer stimmen!

gk 11.11.2015