{"id":56,"date":"2014-10-31T15:09:56","date_gmt":"2014-10-31T13:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp\/?page_id=56"},"modified":"2014-10-31T23:26:51","modified_gmt":"2014-10-31T21:26:51","slug":"erkundungsmission-20112012","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/?page_id=56","title":{"rendered":"Erkundungsmission 2011\/2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mission Exploration<\/strong><\/p>\n<p>von Norbert Kalisch<\/p>\n<p>Wir haben eine Einladung f\u00fcr ein dreiw\u00f6chiges Camp in Kuruman!<br \/>\nDer Plan ist es, am 5. Dezember mit drei Flugzeugen nach Kuruman umzusetzen \u2013 eine ASW 22 und ein Nimbus 4DM im freien Flug und eine DG 800 im H\u00e4nger \u2013 zur\u00fcck in Gariep Dam wollen wir am 22. Dezember sein.<\/p>\n<p>Seit Ende November waren wir in Gariep. Es lief das \u00fcbliche Programm ab, aufr\u00fcsten, alles \u201eAfrika tauglich\u201c machen und, f\u00fcr uns speziell, den Ausflug nach Kuruman technisch und organisatorisch vorbereiten.<br \/>\nAm 30. November waren wir dann einsatzbereit. Wir hatten Gl\u00fcck und konnten noch zwei sch\u00f6ne Fl\u00fcge in Gariep machen.<\/p>\n<p><em>Meist kommt es anders als man denkt<\/em><\/p>\n<p>Der 4. Dezember brachte wieder einen Flugtag, an dem man sicher 1000 km fliegen konnte. Diesmal wollten wir, Stefan &amp; Hans im 4DM (PK) und ich mit der ASW, zusammen angreifen. Prima Flug auf dem ersten und zweiten Schenkel bis Douglas. Von dort bot sich uns eine verlockende Aussicht in Richtung Nord und Westen. Es sah zwar etwas gewittrig aus, aber wir wollten doch noch ein paar Kilometer versuchen. Gesagt, getan und wir d\u00fcsten los. Es ging toll geradeaus, doch als wir nach 100 km mal wieder kreisten, war hinter uns alles zu. Dumm gelaufen \u2013 nun das Beste draus machen. Wir entschieden uns, Kuruman als Landeort zu w\u00e4hlen. Das sah zwar auch alles recht gewittrig aus, aber wir hatten fast 4000 m abfliegbare H\u00f6he. Dann\u00a0ging alles schnell, z\u00fcgig hinein in die graue Wand (kaum Regen) , Blindspruch absetzen und Landung in Kuruman. Die Bahn stand bei der Landung noch unter Wasser, somit konnten wir auf eine weitere W\u00e4sche der Flieger verzichten. Nette Leute, Begr\u00fc\u00dfungsbier und erstklassiger Service beim Verankern der Flieger. Letztlich wurden wir zur \u00dcbernachtung in eine der angesagtesten Lodges gebracht. Jetzt sind wir hier und sehen mal weiter.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-175\" src=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-1.jpg\" alt=\"Bild-5-3-1\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-1.jpg 512w, http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-1-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-176\" src=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-2.jpg\" alt=\"Bild-5-3-2\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-2.jpg 512w, http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-2-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-177\" src=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-3.jpg\" alt=\"Bild-5-3-3\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-3.jpg 512w, http:\/\/kuruman-gliding-camp.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Bild-5-3-3-150x112.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 5. und 6. Dezember war das Wetter hier fluguntauglich. Das gab uns gen\u00fcgend Zeit, unsere Begleiter und das notwendige Equipment von Gariep zu \u00fcberf\u00fchren.<br \/>\nDer 7. Dezember sollte wieder fliegbar werden. Die Thermik begann gegen 11.30 Uhr und wir machten uns auf den Weg. Viel Wind brachte merkw\u00fcrdige Wolkenentwicklungen hervor. Oben lagen kleine Lentis und darunter bildeten sich Cu. Das machte das Unternehmen nicht unbedingt leichter, zumal die Wolkenentwicklung immer mehr vom Westen her abtrocknete. Es blieb nichts anderes \u00fcbrig als einen Jojo in diesem Gebiet zu fliegen. Mit viel M\u00fche landeten wir nach 700 km.<\/p>\n<p>Seit dem 9. Dezember sind wir dreieinhalb People mehr in Kuruman. An genau diesem Tag fliegt Gert laut Ipaq 1000,70 km \u2013 leider macht die Auswertung im OLC nur rund 997 km draus.<\/p>\n<p>Das Wetter zickt seither etwas rum, zum Trost scheint das in ganz Afrika so zu sein.<br \/>\nAm 12. Dezember hatten wir den ersten gemeinsamen Flugtag, nach Durchzug einer mittelschweren Gewitterfront am Vortag. Miese Blauthermik mit unterirdischen Arbeitsh\u00f6hen lie\u00dfen keinerlei Platz f\u00fcr den ber\u00fcchtigten \u201eGenuss-Segelflug\u201c!<br \/>\nDank des 45km\/h-Winds konnten wir  wenigstens schwache Wellen fliegen. Folglich wollten wir dann dieses sehenswerte Ergebnis auch nicht der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><em>Der Folgetag begann besser<\/em> <\/p>\n<p>Ab 11 Uhr lokal standen die ersten Cumulus am Himmel. Laut Prognose sollten sich diese recht flott zu kernigen Gewitterzellen und sp\u00e4ter zu einer Linie direkt \u00fcber uns ausbilden. Wir starteten sehr turbulent kurz nach 12 Uhr.<br \/>\nM\u00e4chtiger Wind \u2013 nach dem Erreichen der Abflugh\u00f6he zeigt der Rechner 55 km\/h. Nach nur 50 km stehen die ersten gr\u00f6\u00dferen Schauerzellen, die Basis will auch nicht so recht anheben \u2013 daf\u00fcr stehen jetzt 63 km\/h auf der Windanzeige \u2013 und das auf der Nase!<br \/>\nWir drehen nach 150 km um, n\u00f6rdlich von Kuruman wird die Wetteroptik wieder besser! Bis kurz vor Botswana bietet Afrika genau das, was man hier haben will.<br \/>\nDer Heimweg ist dann allerdings \u201efurztrocken\u201c &#8230; \u2013 das soll mal einer verstehen!<br \/>\nUm die 700 km stehen auf dem Z\u00e4hler, als wir knapp 2 Stunden vor Sunset versuchen, bei brutalem Seitenwind die Flieger nicht zu zerlanden!<\/p>\n<p>Am 17. Dezember stellt sich auf allen erdenklichen Karten endlich ordentliches Wetter dar. Nur blau soll es wieder werden.<br \/>\nWir zupfen bei Zeiten die Bez\u00fcgen vom Flieger, Benzin und Wasser rein, alles Fertig vor 10 Uhr auf der Bahn 02!<\/p>\n<p>Ab 10:40 Uhr zeigen sich weit \u00f6stlich erste Quellungen. Also folgerichtig Start gegen 11 Uhr lokal. Die ersten zwei Stunden sind eher Kampf ums Obenbleiben, trotzdem geht\u00b4s im Schneckentempo Richtung Wolken, die es schlie\u00dflich laut Wetterbericht gar nicht gibt!<\/p>\n<p>Nach etwa 170 km gibt\u00b4s dann endlich auch richtig gutes Steigen, unser Stundenmittel ab da betr\u00e4gt um die 150km\/h. Nach ca. 300 km drehen wir um, keiner wei\u00df genau wo.<br \/>\nDer n\u00e4chste Schenkel in Richtung Douglas rennt dann richtig, leider ist 138 km vor dem Wendepunkt Ende mit Cu, aber wir k\u00f6nnen an der Kante zum Blauen bis 5300 mNN kurbeln.<br \/>\nAlso wieder kehrt und Richtung 330\u00b0. Trotz erstklassiger Optik macht das Wetter keinen griffigen Eindruck mehr, B\u00e4rte um 1,2 m\/s m\u00fcssen angenommen werden, um die n\u00e4chsten Spr\u00fcnge \u00fcberbr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Das abbauende Wetter mit sinkender Basis lassen einen Weiterflug nach Nordwest nicht mehr zu. Wir m\u00fcssen auf Heimatkurs abdrehen, auch dort sieht\u00b4s nicht mehr sehr einladend aus.<br \/>\nMit viel M\u00fche und Gl\u00fcck finden wir unter riesig breitgelaufenen Wolkenresten Anschluss.<br \/>\nDie H\u00f6he reicht, um p\u00fcnktlich zu Sunset mit etwas \u00fcber 1000 km in Kuruman auszurollen.<\/p>\n<p>Heute, am 18. Dezember sollten eigentlich ab dem fr\u00fchen Nachmittag \u00fcberall in unserer Gegend kr\u00e4ftige Gewitter toben. Jetzt ist es halb 4pm, wir sitzen in unserer Lodge, es ist allerfeinste 4\/8 Cumulusbew\u00f6lkung \u2013 ohne gef\u00e4hrliche Tendenz.<br \/>\nWir wollen mal hoffen, dass das noch wird \u2013 und zwar z\u00fcgig!<br \/>\nDer Tag hatte leider erst in der Nacht die schon zum Nachmittag versprochenen Gewitter gebracht!<br \/>\nMan kann also von einem verschenkten Riesenritt ausgehen.<\/p>\n<p>Darum lassen wir am darauffolgenden Tag gar nicht erst die Frage aufkeimen, ob wir wollen, obwohl die Vorhersage schlechter ist, als am Vortag.<br \/>\nWir zotteln die Flieger also auf die \u201e02\u201c und harren der Dinge!<br \/>\nDieses Mal geht\u00b4s erst kurz vor 12 Uhr in die Luft, die damit verbleibende Tageszeit spricht nicht gerade f\u00fcr uns.<br \/>\nDie erste drastische Kurs\u00e4nderung stellt sich auch gleich nach 115 km ein, hier ist Wetterende!<br \/>\nAlso, alles was geht Richtung Nordwest \u2013 ein konkretes Ziel haben wir nicht vor Augen. Nach 6 \u00bd Flugstunden gleiten wir auf eine 8\/8-Kante auf.<\/p>\n<p>Diese konvergiert dann gl\u00fccklicherweise doch ganz leicht mit Steigen um die 0,8m\/s! Wir k\u00f6nnen das f\u00fcr weitere 170 km gut nutzen. Danach zerfallen alle Wolken in rasanter Geschwindigkeit.<br \/>\nWir setzen die Segler kurz vor Sunset auf den gl\u00fchenden Asphalt \u2013 trotzdem zweimal \u00fcber 1000 km und zwangsl\u00e4ufig ein sehr hoher Schnitt (144 km\/h).<\/p>\n<p>Der 20. Dezember verspricht Thermikende um 15 Uhr lokal, bei ordentlicher Gewittert\u00e4tigkeit vorab. Zuviel Gefahr f\u00fcr ein nicht wieder Heimkehren &#8230; \u2013 am Abend stellt sich heraus, es war wieder ein Fehler, nicht zu fliegen!<\/p>\n<p>Der 21. Dezember verspricht fl\u00e4chig gute Bedingungen.<br \/>\nHalb 12 Uhr starten wir, es geht mit dem ersten Bart und \u00fcber 5 m\/s auf 2400 m \u00fcber Grund nach oben. Das l\u00e4sst uns hoffen, dass es wieder ein schneller Tag wird.<br \/>\nNach etwa 100 km macht die Cumulusbew\u00f6lkung den Himmel dicht, die Top\u00b4s der Cu\u00b4s laufen breit und werden nicht mehr weg geheizt.<br \/>\nEtwas m\u00fchevoller, aber unkritisch verl\u00e4uft der R\u00fcckflug. Ab H\u00f6he Kuruman lockert alles etwas auf, so dass wir weiter nach Nordwesten fliegen k\u00f6nnen.<br \/>\nAuch hier, in diesem Bereich l\u00e4uft alles sp\u00e4ter breit. Bei 224 km auf unsere Homebase drehen wir vor einer komplett schwarzen Wand um. F\u00fcr die letzten beiden Schenkel bleibt nun nur noch der Westen frei von Abschirmungen. Gert erwischt seinen letzten Bart mit \u00fcber 2,5 m\/s und kann sich damit auf 4570 mNN schrauben.<br \/>\nIch versuche mein Gl\u00fcck weiter n\u00f6rdlich unter 8\/8 Bedeckung. Mit einem Meter Steigen geht\u00b4s hier deutlich z\u00e4her aufw\u00e4rts und die Zeit l\u00e4uft davon.<br \/>\nAm Abend steht einmal 1000 und einmal keins im Flugbuch. ;o)<br \/>\nTrotzdem ein irrer Ritt!<\/p>\n<p>Am 22. Dezember wollen wir eigentlich nach Gariep umsetzen. Nach dem Aufwachen und dem ersten Blick an den Himmel wird das Projekt direkt verschoben \u2013 es regnet aus einer geschlossenen Wolkendecke!<\/p>\n<p>Der 23. Dezember muss uns bringen, schlie\u00dflich steht die Weihnacht vor der T\u00fcr. Wir starten gegen halb 11 Uhr ins Blaue. Den gesamten Flug sehen wir am Horizont Quellungen, eben nur am Horizont.<br \/>\nM\u00fchsam w\u00fchlen wir uns durch das afrikanische Buschwerk die 400 km nach Gariep. Landung um 15:30 Uhr, die Bodencrew schl\u00e4gt eine Stunde sp\u00e4ter auf.<\/p>\n<p>Nun kann der Weihnachtsmann kommen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mission Exploration von Norbert Kalisch Wir haben eine Einladung f\u00fcr ein dreiw\u00f6chiges Camp in Kuruman! Der Plan ist es, am 5. Dezember mit drei Flugzeugen nach Kuruman umzusetzen \u2013 eine ASW 22 und ein Nimbus 4DM im freien Flug und eine DG 800 im H\u00e4nger \u2013 zur\u00fcck in Gariep Dam wollen wir am 22. 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